A_02: Offene Briefe an Fr. Pötschke-Langer

 


 

1. Frage – Nach bestem Wissen und Gewissen?

 

Sehr geehrte Frau Pötschke-Langer,

Sie verzeihen, wenn ich Sie nicht mit Dr. anschreibe und anspreche; ein Dr. und Wissenschaftler, aus welcher Richtung auch immer, handelt stets nach bestem Wissen und Gewissen.
Das ist bei Ihnen meiner Meinung nach nicht der Fall.
Es kann sein, dass Sie im besten Wissen handeln, das ist dann aber auch so, als würde ich als Büro-Fachfrau mein bestes Wissen über die Weltraumfahrt preisgeben und danach handeln. Spätestens dann aber sollte mein Gewissen mir Einhalt gebieten.
Sie behaupten, im besten Wissen und Gewissen zu handeln, was u. a. die ganze Thematik der E-Zigarette – wie Sie sie nennen – betrifft.
Ich zitiere Sie hier zum Thema:

E-Zigarettenmarkt
Ja, dieser Markt zielt ganz eindeutig auf Kinder und Jugendliche ab, zumal auch die Aromen gerade für Kinder sehr attraktiv sind.

Passivdampfen bei E-Zigaretten
Für den Konsum von E-Zigaretten in Innenräumen gilt: Das Aerosol belastet die Innenraumluft. E-Zigaretten geben gesundheitsgefährdende und potenziell problematische Stoffe in die Raumluft ab.

Krebs
Mit jedem Zug wird ein Chemikaliengemisch inhaliert. Insbesondere bei hohem Dauerkonsum kann eine Krebsgefährdung nicht ausgeschlossen werden.

Daher meine ersten Fragen:
Wo in dieser ganzen Thematik ist Ihr bestes Wissen und womit belegen Sie das? Somit folgert die Frage: Wo ist Ihr Gewissen in Ihrem Handeln?


 

Wie vereinbaren Sie Ihr abgegebenes Genfer Ärztegelöbnis für die ärztliche Ethik mit der Forderung des faktischen Verbots der E-Zigarette?

Guten Tag Frau Dr. Pötschke-Langer,

mit Ihren Forderungen bezüglich der E-Dampfe, mit Ihren Äusserungen bezüglich der E-Dampfe erreichen Sie ein faktisches Verbot der E-Dampfe. Sie argumentieren mit Ihren Fakten, die auf teilweise uralten Daten beruhen und längst überholt und widerlegt sind.

Sie argumentieren sehr geschickt im Konjunktiv und legen sich somit nicht fest.

Das Genfer Ärztegelöbnis hat den hippokratischen Eid abgelöst. In der Gelöbnisformel werden viele Punkte angesprochen, vor allem aber die Punkte 3 und 4 stehen nicht im Einklang mit Ihrer Haltung und Ihren Aussagen zur E-Dampfe:

Pkt. 3 =Ich werde meinen Beruf mit Gewissenhaftigkeit und Würde ausüben.
Pkt. 4 = Die Gesundheit meines Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein.

Jeder Arzt, der in Deutschland approbiert wird, ist aber durch seine Zwangsmitgliedschaft in der Ärztekammer auf die Berufsordnung verpflichtet, in die unter anderem das Genfer Gelöbnis Eingang gefunden hat.

Wie, Frau Dr. Pötschke-Langer, vereinbaren Sie Ihre Aussagen und Ihre Haltung mit dem Genfer Ärztegelöbnis, welchem Sie unterstehen?


 

Bestehen hier nicht doch Interessenskonflikte Ihrerseits?

Guten Tag Frau Dr. Pötschke-Langer,

Sie sind Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention des DKFZ und auch ausserordentliches (ao) Mitglied in der Arzneimittelkommission Deutschland.

Die Arzneimittelkommission ist ein Gremium, das Empfehlungen in der Anwendung von Arzneimitteln gibt (https://de.wikipedia.org/wiki/Arzneimittelkommission#Vorstand).
Weiter berät die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft seit 1952 als wissenschaftlicher Fachausschuss der Bundesärztekammer in allen Fragen der Arzneibehandlung und Arzneimittelsicherheit (http://www.akdae.de/Kommission/Organisation/Aufgaben/Taetigkeitsbericht.pdf).

Dieses Gremium hat u.a. die Therapieempfehlungen gegen die Tabakabhängigkeit herausgegeben (http://www.akdae.de/Arzneimitteltherapie/TE/A-Z/PDF/Tabakabhaengigkeit.pdf). Zum Zeitpunkt dieser Empfehlungen waren Sie auch Mitglied und haben diese mit erstellt.
Man beachte vor allem Seite 12, was die Empfehlungen der Arzneimittel betrifft. Sie werden in dieser Empfehlung aufgeführt „ohne Interessenskonflikt“.

Das DKFZ vergibt einen Forschungspreis „rauchfrei leben“, gestiftet von der Fa. Pfizer.

Sie sind wissenschaftliches Mitglied im wissenschaftlichen Aktionskreis Tabakentwöhnung (WAT) e.V, mitbegründet von Novartis, u.a. für die Vermarktung von Nicotinell  (http://www.klinksiek-pr.de/html/03.html)

Sie waren an mehrere Veranstaltungen von Pharmafirmen Rednerin.

Nochmals:

Stabsstelle Krebsprävention DKFZ Vergabe Forschungspreis „rauchfrei bleiben – gestiftet der Fa. Pfizer
AO Mitglied Arzneimittelkommission Empfehlung von Arzneimitteln zur Raucherentwöhnung
Wissenschaftliches Mitglied im wissenschaft. Aktionskreis Tabakentwöhnung (WAT) e.V. Gründungsmitglied Novartis, u.a. für die Vermarktung von Nicotinell

Wie können Sie da behaupten, dass keine Interessenskonflikte Ihrerseits bestehen?


 

Letzter offener Brief an Frau Dr. Pötschke-Langer

Sehr geehrte Frau Dr. Pötschke-Langer,

Ihren Feldzug gegen die E-Dampfe haben Sie gewonnen, dazu gratulieren wir Ihnen. Das gehört sich so und ist nichts als höflich, auch wenn Ihre Mittel mehr als unlauter gewesen sind. Sie haben und hatten die Macht und haben diese unverfroren benutzt.

Sie haben die Wahrheit so verdreht, dass diese für Ihre Manipulationen der Zuhörer stimmten, Sie haben Ihre Zuhörer und alle die, die Ihnen glauben schamlos ins Gesicht gesagt, was nicht der Wahrheit entspricht, sondern Ihrem Kreuzzug dienlich war.

Was nicht ohne Kompliment bleiben darf von uns, ist Ihre rhetorische Art, die Leute zu manipulieren. In der Germanistik sagt man „Konjunktivitis“. Es gibt wohl keinen Satz von Ihnen, der nicht in einem Konjunktiv gesprochen ist.

Es gibt extreme ExRaucher, aber das, was Sie verkörpern ist schlicht und einfach der „Herodes in der Bibel“. Es ist und war Ihr Kreuzzug gegen einen Artikel, ein Mittel, das Sie verabscheuen, das Sie aber während eines Teils in Ihrem Leben begleitet hat, nämlich die Zigarette. Sie selber waren Raucherin und wurden nicht nur zu einer ExRaucherin mit extremen Ansichten und Verhalten, nein, Sie haben einen Kreuzzug begonnen, bei welchem Sie auf andere ExRaucher keine Rücksicht genommen haben und nehmen.

Mit diesem Kreuzzug aber haben Sie uns Dampfer als Kollateralschaden mitgenommen, denn alles, was irgendwie das Wort Zigarette beinhaltet, soll von Europa, ja soll von dieser Welt verschwinden. Das, Frau Dr. Pötschke-Langer, werden Sie nie erreichen und ist schlicht ein Allmachtsgedanke, den nicht mal Sie umsetzen werden können.

Für die Zukunft sollten Sie sich bewusst sein, dass Sie sich jeden Raucher, der nicht durch ein nachweislich gutes Produkt von der Tabakzigarette wegkommen kann und jeden Ex-Dampfer, der wieder raucht, auf Ihr Revers heften können.

Wir fragen uns, wie es sich da mit ruhigem Gewissen leben lässt.

Adieu!