Stimmungsmache als wissenschaftliche Debatte über Fakten getarnt

Das ist der Schluss, zu dem man durchaus kommen kann, wenn man die Kampagne der letzten Wochen zur E-Zigarette (ugs. falsche Bezeichnung für E-Dampfgerät) auf der Plattform „DieDebatte“ verfolgt hat.

DieDebatte („Mit dem Projekt Die Debatte wollen wir wissenschaftliche Fakten und Perspektiven in gesellschaftliche Debatten einbringen und Diskussionen anstoßen – Wir wollen zeigen, dass die Wissenschaft zu vielen Themen etwas beizutragen hat.“) ist ein Projekt der Organisation Wissenschaft im Dialog, dem SMC (science media center germany) und der TU Braunschweig und wird wie folgt „umrissen“:

Fake-News, alternative Fakten, Verschwörungstheorien: Bei vielen Themen, die in der Öffentlichkeit diskutiert werden, werden wissenschaftlich erwiesene Fakten in Frage gestellt oder ausgeklammert. … ‚Die Debatte‘ ist eine Plattform für die Diskussion aktueller kontroverser Themen aus der Wissenschaft und gleichzeitig ein Versuch, die wissenschaftliche Perspektive in öffentlich viel diskutierte Themen stärker einzubringen.

Quelle: https://www.wissenschaft-im-dialog.de/projekte/die-debatte/

Das suggeriert, dass das Projekt u. a. dazu dienen soll, fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse zu bestimmten Themen in eine Debatte mit „der Bevölkerung“ einzubringen. Klingt erstmal gut. Aber scheinbar ist da etwas ausgesprochen schiefgelaufen oder die Kampagne dient ganz anderen Zwecken, nämlich der Propaganda bzw. der subtilen Beeinflussung der Leser.

Insgesamt erwecken die Artikel den Anschein, sich wirklich wissenschaftlich mit der Faktenlage auseinandergesetzt zu haben. Es wird auch nicht mehr so fanatisch gegen das E-Dampfen argumentiert. Schaut man sich die Texte und Informationen jedoch genauer an, so muss man feststellen, dass hier versucht wird, alte – größtenteils mehrfach widerlegte – Mythen aufzufrischen.

Neben einigen echten Schnitzern, die nicht gerade von wissenschaftlicher Kompetenz zeugen, wird das Hauptaugenmerk wieder einmal auf den längst widerlegten Gateway-Effekt („Denkt doch an die Kinder!“) gelegt und dieses Phänomen als enorme Bedrohung für die Tabakprävention dargestellt.

Nun aber „kurz“ zu den Artikeln:

Mit Volldampf voraus: Löst die E-Zigarette den Glimmstängel ab?
Verbreitung und Rechtslage in Deutschland und im internationalen Vergleich [1]

Hier wird anhand tatsächlich belegter Zahlen auf den wachsenden Markt für E-Dampfgeräte und Liquids hingewiesen, klargestellt, dass das E-Dampfen dem Tabakrauchen noch lange nicht den Rang abgelaufen hat, gleichzeitig aber auf Prognosen verwiesen, dass dies mittelfristig kippen kann.

Eher nebensächlich wird darauf hingewiesen, dass laut statistischer Erhebungen rund 91% aller E-Dampfer ehemalige Raucher gewesen sind.

Dann wird auf die geltende Regulierung hingewiesen, wo dem Verfasser Nico Dannenberger auch der erste Schnitzer unterläuft:

So muss jede Packung mit nikotinhaltigen Flüssigkeiten gewissen Größenbestimmungen genügen, einen Warnhinweis enthalten („Dieses Produkt enthält Nikotin: einen Stoff, der sehr stark abhängig macht.“) und darf nicht an Personen unter 18 Jahren verkauft werden.

Quelle: https://www.die-debatte.org/e-zigarette-verbreitung-recht/

Das zeugt davon, dass er sich mit der Gesetzeslage nicht wirklich befasst hat. Der Warnhinweis ist nicht nur für nikotinhaltige Flüssigkeiten („Nachfüllbehälter“ gem. § 1 TabakerzG i. V. m. Art. 2 Nr. 17 Richtlinie 2014/40/EU) vorgeschrieben, sondern für „elektrische Zigaretten“ im Allgemeinen. Dies sind laut Definition (§ 1 TabakerzG i. V. m. Art. 2 Nr. 16 Richtlinie 2014/40/EU) Erzeugnisse, die zum Konsum nikotinhaltigen Dampfes mittels eines Mundstücks verwendet werden können, oder jeden Bestandteil dieser Produkte, einschließlich einer Kartusche, eines Tanks, und der Geräte ohne Kartusche oder Tank. Dies hat zu der absurden Verpflichtung geführt, dass auch auf der Umverpackung von Akkuträgern, die nunmal definitiv kein Nikotin enthalten, der Hinweis auf enthaltenes Nikotin stehen muss.

Gut, das ist jetzt nicht dramatisch, weist aber auf eine nicht ganz fundierte Kenntnis der Rechtslage beim Verfasser hin.

 

„Immer mehr Jugendliche probieren E-Zigaretten aus”
Ein Gespräch mit Dr. Katharina Diehl [2]

Auch dieser Artikel stammt aus der Feder von Nico Dannenberger. Hier kommt Fr. Dr. Katharina Diehl zu Worte und bringt zum Ausdruck, dass der steigende Konsum von E-Dampfgeräten in Deutschland besorgniserregend sei, weil das Suchtpotential nicht geklärt sei und überdies häufig Dual-Use gepflegt werde (Tabakrauchen zusätzlich zum Genuss von E-Dampfgeräten).

Und dann wird zum ersten Mal in der Kampagne die Gateway-Theorie aus dem Papierkorb geholt und auf die PREVent-Studie hingewiesen. Die Studie an sich ist ja von der Durchführung her nicht einmal wirklich zu kritisieren. Die aus den Daten erfolgten Schlussfolgerungen sind hingegen wissenschaftlich mehr als unseriös. Diese Studie und Studien mit ähnlichen unseriösen Schlussfolgerungen wurden in der Vergangenheit schon „zerlegt“. Es wird mit dieser Studie das Schreckgespenst heraufbeschworen, dass immer mehr Kinder und Jugendliche E-Dampfgeräte verwenden würden, es wird aber nicht darauf eingegangen, was denn in der Studie als „verwenden“ definiert wird. Das einmalige Ausprobieren wird schon als „verwenden“ ausgewertet, weshalb die Studie (wie etliche ähnliche) keine wirkliche Aussage über den tatsächlichen Gebrauch von E-Dampfgeräten bei Kindern und Jugendlichen trifft.

Dass diese zitierte Studie aber bereits (obwohl als besonders „unabhängig“ angepriesen) eine bestimmte Zielrichtung verfolgt, nämlich eine potentielle Gefährdung junger Menschen an die Wand zu malen, ist naheliegend, wenn man sich allein den Titel anschaut: PREVent = PREVenting the use of Electronic Nicotine Delivery Systems = Vermeidung der Verwendung von elektronischen Nikotin-Abgabesystemen. Der Name der Studie verrät den Zweck der Studie, nämlich die Vermeidung einer steigenden Verbreitung von E-Dampfgeräten. kwT

Als Hintergrundinformation zu Fr. Dr. Diehl: Dr. Katharina Diehl ist Projektleiterin verschiedener Studien im Bereich Kindergesundheit. Sie studierte Diplom-Sozialwissenschaften und Betriebswirtschaftslehre. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am MIPH (Medizinische Fakultät Mannheim der Ruprecht-Karls Universität Heidelberg – HEIDELBERG, da war doch was…).

 

E-Zigarette – weniger schädlich, aber nicht gesund
Ist die E-Zigarette wirklich gesünder? Und helfen E-Zigaretten tatsächlich bei der Raucherentwöhnung? [3]

Autorin ist in diesem Fall Fr. Rebecca Winkels. Sie eröffnet den Artikel sofort mit einem bösen Fehler (ob aus Versehen oder aus Berechnung, muss jeder für sich selbst entscheiden), indem sie behauptet, die sog. 95%-Studie würde das Krebsrisiko der E-Zigarette auf nur fünf Prozent des Krebsrisikos beim Rauchen herkömmlicher Zigaretten beziffern. Sie zitiert eine Studie bzw. einen Artikel zu dieser Studie (der diese Aussage ebenfalls nicht hergibt), ohne diese wirklich gelesen zu haben (oder sie hat sie gelesen und verbreitet absichtlich diese Fehlinformation).

Die Studie sagt nicht aus, das „Restrisiko“ bei der Verwendung von E-Dampfgeräten würde in einem Risiko einer Krebserkrankung bestehen. Vielmehr geht es hier um ein potentielles Abhängigkeitspotential. Siehe dazu auch: Faktencheck.

Dann wird auch wieder über die fehlenden Langzeitstudien verwiesen, die erst notwendig wären, um ein Gesundheitsrisiko abschätzen zu können. kwT

Es folgt ein Zitat (bei dem leider nicht klar ist, ob es ebenfalls von Fr. Dr. Ute Mons / dkfz. stammt):

Ein weiterer Grund für die relative Zurückhaltung in Deutschland und einigen anderen EU-Ländern ist die mediale Berichterstattung: „E-Zigaretten sind relativ neu und wir wussten am Anfang sehr wenig über sie. Deshalb wurde erstmal viel gewarnt und es gab folgerichtig viele negative Schlagzeilen über E-Zigaretten. Das hat sich, obwohl der wissenschaftliche Konsens inzwischen ein anderer ist, in den Medien immer noch nicht geändert“.

Quelle: https://www.die-debatte.org/e-zigarette-interview-diehl/

Das klingt so, als wäre die Presse von sich aus und ganz alleine auf den Trichter gekommen, viele Jahre ausschließlich negativ über das E-Dampfen zu berichten. Die Entschuldigung über die anfängliche Unwissenheit ist nicht geeignet, den Schaden, den die „Wissenschaftler“ über die Presse angerichtet haben, zu relativieren.

Es folgt eine „Infobox“ zum sog. „Passivdampf“, die mit der Aussage schließt:

Trotzdem verunreinigen auch E-Zigaretten die Luft, gerade in geschlossenen Räumen.

kwT

Fr. Dr. Mons kommt dann nochmal mit einem Zitat zu Worte:

Man muss hier den Spagat machen, dass E-Zigaretten für Raucher eine gute Alternative sein können, aber für Nichtraucher trotzdem ein Produkt mit Gefährdungspotenzial und kein harmloses Lifestyle-Produkt sind.

Hier wird wieder ihre „wissenschaftliche Kompetenz“ als einziger Beweis für ein „Gefährdungspotential“ zum Ausdruck gebracht, denn es gibt bislang noch keinen wissenschaftlichen Beweis für eine Gefährdung durch den Konsum von E-Dampfgeräten. Das Zitat scheint ausschließlich dem Zweck zu dienen, den „milden“ Worten eine Gefahrenprognose folgen zu lassen. Eine Projektion eines Gefährdungspotentials, das bisher nur und ausschließlich in den Köpfen der ANTZ existiert.

Denn E-Zigaretten machen dennoch nikotinabhängig.

Auch hier wieder eine Behauptung ohne wissenschaftliche Belege. Ebenso fehlen Belege für die folgende Aussage des BfR:

Und auch das BfR warnt in seiner Stellungnahme davor, dass die „Nikotinaufnahme, die im Liquid erhitzten Aromastoffe und das fehlende Wissen über Langzeitfolgen ein Gesundheitsrisiko darstellen“.

Als „Beleg“ für eine potentielle Gefährdung wird dann eine (von vielen) Kokel-und-Krusten-Studie genannt, die wissenschaftlich doch eher fragwürdig ist.

 

E-Zigaretten: Fluch oder Segen? Eure Meinung ist gefragt! [4]

Hier folgt dann ein Video, zu dem diskutiert werden soll. Unter dem „Artikel“, der nur aus dem Video besteht, gibt es keine Kommentare (insgesamt ohnehin wenig Kommentare zu allen Artikeln). Die Diskussion wurde vermutlich eher auf dem YouTube-Channel geführt (wenn überhaupt).

Die Webseite, die also nun „hoch-wissenschaftlich“ erscheinen möchte, zeigt hier ein Video mit einem „Püppchen“ (sorry, kann das nicht anders bezeichnen), das so einige „Informationen“ über das E-Dampfen vermeldet, immer wieder nach „Eurer Meinung“ fragt und letztlich auch mit einer eigenen Einschätzung daherkommt.

Hier ein paar Zitate (Quelle: https://www.die-debatte.org/e-zigarette-video/):

„Zigaretten machen süchtig. Das liegt an dem Nikotin!“

„Dopamin ist das Suchthormon.“

„Das betrifft sowohl E-Zigaretten, als auch normale Zigaretten.“

„2011 tauchte eine neue Rauchentwöhnungsmethode auf, die immer beliebter wird: die E-Zigarette“

„Das Rauchen mit Rauchen aufhören?“

„Die Zigarettenindustrie freut sich über eine neue Zukunftsperspektive.“ (iQos wird gezeigt)

„Zwar besteht hier (E-Cigs) das selbe Nikotinsuchtpotential… aber beträgt das Krebsrisiko bei E-Zigaretten gerade mal 5% des Krebsrisikos von normalen Zigaretten.“

Es wird über Atemwegsreizungen schwadroniert.

„Hinzu kommt noch, dass es bei diesen E-Liquids noch keine besondere Regulierung gibt, was die Inhaltsstoffe betrifft.“

„Ansonsten schmeißen die Hersteller da sonstwas rein, an Geschmacksstoffen und sonstigen Zusatzstoffen.“

Es wurde Diacetyl gefunden, dass zur Entzündung der Bronchien führt.

„Deutlich weniger schädlich heißt jetzt nicht unbedingt unschädlich.“

Hinweis: Wir können keine Langzeitfolgen kennen, weil die E-Zigarette erst so kurz auf dem Markt ist, meint die Sprecherin.

„Ich finde es etwas beunruhigend, wie viele Geschmacksrichtungen es gibt, dass man nicht genau weiß, was in den E-Liquids drin ist, das ist das eine. Aber dass es noch Geschmacksrichtungen wie Schoko, Erdnussbutter oder Gummibärchen gibt, das kommt noch hinzu. Dann frage ich mich natürlich auch, ob das nicht das ganze für Kinder oder Jugendliche besonders attraktiv macht.“

Viele Halb- und echte Unwahrheiten hip verpackt – fast ein wenig, wie Heute+. Das hat nichts mit Wissenschaft zu tun, sondern ist plumpe Propaganda.

 

Finger weg von den Drogen!
Wie E-Zigaretten auf Jugendliche wirken und warum das ein gesellschaftliches Problem ist [5]

Nun kommt wieder Nico Dannenberger zu Worte. Es wird kurz auf die möglicherweise vielversprechende Möglichkeit der Raucherentwöhnung hingewiesen, dann folgt aber schon der erste Korken:

Doch das ist nur die eine Seite der Medaille: Denn Experten fürchten auch, dass die E-Zigarette ein sanfter Einstieg in den Tabakkonsum sein könnte. „E-Zigaretten können für Jugendliche als vermeintlich harmlose Variante des Rauchens einen gewissen Reiz haben“, sagt Michaela Goecke, Leiterin des Referats Suchtprävention in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Quelle: https://www.die-debatte.org/e-zigarette-jugendliche/

Da ist sie wieder, die Gateway-Theorie. Und erneut wird die PREVent-Studie als „Referenz“ angeführt.

Die E-Zigaretten in bunten Farben und Geschmacksrichtungen sprechen vor allem junge Leute an. „Die in E-Zigaretten verwendeten Liquids gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen, was die Neugier wecken kann“, sagt auch Goecke.

Das muss einfach stimmen, mit den Farben und den Geschmäckern. Erwachsene fahren auch nur schwarze oder weiße Autos und essen Eis ohne jeden Geschmack (gefrorenes Wasser), wo hingegen Kinder mit bunten Fahrrädern herumstrampeln und Speiseeis mit Waldmeistergeschmack schlecken. Ich bin ein Kind! (Ich bitte den sarkastischen Ausflug zu entschuldigen. Dieser Satz spiegelt nur meine persönliche Meinung wieder. PepeCyB).

Die gesundheitsschädigende Wirkung von Nikotin ist dabei unumstritten. So kann das Nervengift zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen und selbst über einen Zusammenhang mit der Entstehung von Krebs wird in verschiedenen Studien (Mishra et al., Grando) diskutiert.

kwT

Prof. Sven Schneider, ebenfalls am Mannheimer Institut für Public Health, sagt dazu: „Mit der E-Zigarette hat die Industrie nun eine Produktrevolution in den Händen, mit der der Suchtstoff Nikotin auf einfachste Weise weltweit Milliarden Menschen zugänglich wird.“

(HEIDELBERG!)

Prof. Schneider kommt mit der Meinung daher, dass die Entwicklung der E-Zigarette ausschließlich eine Idee der Tabakindustrie sei, die das Ziel verfolgt, die Zahl der „Nikotinsüchtigen“ (gibt es nicht) wieder zu steigern. kwT

Zur Abrundung dieses Propaganda-Cocktails folgen zwei Infoboxen über

„Explodierende E-Zigaretten“

und

„Hacker-Angriffe“

durch USB-Anschlüsse an E-Dampfgeräten.

 

„Von einem Dauerkonsum der E-Zigarette ist abzuraten“
Ein Gespräch mit Dr. Martina Pötschke-Langer [6]

Rebecca Winkels plündert im nächsten Artikel die Gräber und holt Fr. Dr. Martina Pötschke-Langer aus der Versenkung zurück.

Selbst unerfahrene Nutzer können mit E-Zigaretten ähnlich schnell und mit dem Tabakrauchen vergleichbare Nikotinmengen aufnehmen.

Quelle: https://www.die-debatte.org/e-zigarette-interview-poetschke-langer/

 

Raucher werden vom Ausstieg aus der Nikotinabhängigkeit mit dem Argument der geringeren Gesundheitsgefahr abgehalten.

 

Die Zurückhaltung, die wir in unserer Arbeitsgruppe teilen, basiert auf dem fragwürdigen Nutzen eines neuen Nikotinmarktes. Denn der Tabakmarkt ist – glücklicherweise – dank erheblicher politischer Anstrengungen wie Tabaksteuererhöhungen, Nichtraucherschutzgesetzen und Verbesserungen des Jugendschutzes sowie jüngst eingeführten bildlichen Warnhinweise auf Zigarettenpackungen rückläufig. Insbesondere für Jugendliche und junge Erwachsene ist das Tabakrauchen nicht mehr chic. Dies könnte sich rasant ändern, wenn die Tabakkonzerne ihre wegbrechenden Zigarettenmärkte durch die Einführung neuer E-Produkte ausgleichen und neue Nikotinmärkte schaffen.

 

Vor allem sind Kinder und Jugendliche gefährdet, die aus Neugier die bunten, auf ihre Altersgruppe abzielenden E-Shishas und E-Zigaretten ausprobieren.

 

Eine Gleichbehandlung mit Tabakprodukten ist bei den Werbeverboten und beim Nichtraucherschutz angebracht.

 

Dazu Warnhinweise zum Chemikaliengemisch und Nikotingebrauch durch E-Zigaretten und ein Verbot von Aromastoffen, welche die tiefe Inhalation und die Abhängigkeit verstärken sowie die Produkte für Kinder und Jugendliche attraktiv machen.

MaPöLa, wie wir sie kennen. Sie bekommt auch hier wieder eine Bühne ohne jeglichen Widerspruch oder kritisches Nachfragen.

Ich frage mich, wann kommt mal wenigstens EIN Befürworter des E-Dampfens zu Worte? Gibt da ja durchaus auch echte(!) Wissenschaftler, die man einmal befragen könnte.

 

E-Zigarette – Das war die Debatte
Meinungen und Zahlen zu unserer Debatte [7]

Das Resümee der Kampagne zieht auch wieder Nico Dannenberger. Die Überschrift verspricht Meinungen und Zahlen.

Nun, die Zahlen sind aus den vorangegangenen Artikeln (vornehmlich Entwicklung des Marktes) bekannt.

Es folgt ein „Abstimmungsbarometer“ zu der Frage

Sollen E-Zigaretten so streng wie Tabakzigaretten reguliert werden?

Daran haben 133 Personen teilgenommen. Man konnte für den Punkt „Ja, ob Rauchen oder Dampfen: Beides ist ungesund.“ abstimmen oder für den Punkt „Nein, sie sind weniger schädlich. Daher braucht’s weniger strenge Regeln.Das Ergebnis ist 50:50!

Dann werden VIER kurze Statements aus dem Social Media Bereich exemplarisch aufgeführt. Der Kommentarbereich ist wieder leer.

 

Jetzt sei die Frage erlaubt: Was sollte das?

Die ganze Veranstaltung diente ausschließlich dem Zweck, alten Mythen und Unwahrheiten zum E-Dampfen zu neuer Aufmerksamkeit zu verhelfen. Dem wurde schön mit der Phrase „Fake-News, alternative Fakten, Verschwörungstheorien: Bei vielen Themen, die in der Öffentlichkeit diskutiert werden, werden wissenschaftlich erwiesene Fakten in Frage gestellt oder ausgeklammert…“ ein vorgeblich seriöser und ausgewogener Anstrich verpasst. Wer aber genau hinschaut, merkt schnell, dass viele der „Fakten“ zwischenzeitlich durch zahlreiche Studien und Untersuchungen widerlegt sind und dass teilweise „geflunkert“ wurde, dass sich die Balken biegen.

Noch ein paar Worte zu den beiden Protagonisten:

Nico Dannenberger hat mit Naturwissenschaft und Medizin (DAS sind ja wohl die Kernbereich, die beackert wurden) nichts am Hut, sondern hat „Internationalen Beziehungen und Global Studies“ studiert. Ansonsten ist er noch bei der „Jungen Europäischen Bewegung Berlin-Brandenburg e.V.“ aktiv… wer mag, kann sich diesen Verein mal im Internet anschauen. Ich sage dazu nichts.

Rebecca Winkels ist neben ihrer Tätigkeit bei „Wissenschaft im Dialog“ noch Pressereferentin bei der „Helmholtz-Gemeinschaft“, der – wen wundert‘s – auch das dkfz. angehört. Damit ist klar woher der Wind weht.

Mein persönliches Fazit (jeder mag sich eine eigene Meinung bilden):

Das war eine Propagandaveranstaltung des dkfz. als letzter Versuch, die Öffentlichkeit doch noch gegen das E-Dampfen einzunehmen. Anders lässt sich nicht erklären, dass überwiegend (von einigen wenigen kurzen Zitaten ohne persönlichen Kontakt abgesehen) kein einziger Wissenschaftler zu Wort kam, der dem E-Dampfen zumindest aufgeschlossen gegenübersteht. Alle „Darsteller“ haben Fäden, die nach Heidelberg führen. Dazu kommt noch, dass das SMC da mit drinhängt, welches sich in der Vergangenheit mit seinem unausgewogenen sogenannten „Factsheet“ zum E-Dampfen nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, sondern der Presse eine Propagandamappe gegen das E-Dampfen an die Hand gegeben hat. Soviel nochmal dazu, dass die Presse selbst am schlechten Image des E-Dampfens schuld sei.

 


[1]: https://web.archive.org/web/20170728233647/https://www.die-debatte.org/e-zigarette-verbreitung-recht/ orig.: https://www.die-debatte.org/e-zigarette-verbreitung-recht/

[2]: https://web.archive.org/web/20170728235918/https://www.die-debatte.org/e-zigarette-interview-diehl/ orig.: https://www.die-debatte.org/e-zigarette-interview-diehl/

[3]: https://web.archive.org/web/20170729000037/https://www.die-debatte.org/e-zigarette-gesundheit/ orig.: https://www.die-debatte.org/e-zigarette-gesundheit/

[4]: https://web.archive.org/web/20170729000158/https://www.die-debatte.org/e-zigarette-video/ orig.: https://www.die-debatte.org/e-zigarette-video/ Video: http://donotlinkfb.com/0jk1

[5]: https://web.archive.org/web/20170729000443/https://www.die-debatte.org/e-zigarette-jugendliche/ orig.: https://www.die-debatte.org/e-zigarette-jugendliche/

[6]: https://web.archive.org/web/20170729000640/https://www.die-debatte.org/e-zigarette-interview-poetschke-langer/ orig.: https://www.die-debatte.org/e-zigarette-interview-poetschke-langer/

[7]: https://web.archive.org/web/20170729000746/https://www.die-debatte.org/e-zigarette-meinungen/ orig.: https://www.die-debatte.org/e-zigarette-meinungen/


Stimmungsmache als wissenschaftliche Debatte über Fakten getarnt
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2 Gedanken zu „Stimmungsmache als wissenschaftliche Debatte über Fakten getarnt“

  1. Bei dieser Artikel-Serie fand ich besonders gut, dass ich „Aufgeschnappt“ nicht mehr mache.
    Als hätten sich die Dampfer abgesprochen, wurde die Serie einfach tot geschwiegen.
    Soweit ich sah, hat sie keiner groß in den SN geteilt und auch bei vapoon, drampffreiheit und internationale dampferwelten wurde sie keines Wortes gewürdigt.

  2. Der Hammer versteckt sich in den Kommentaren zum 1. zitiertem „Artikel“ (e-zigarette-verbreitung-recht)
    Dort steht seit inzwischen 21 Tagen: „Außerdem kann man im Stift Vaporizer nur Kräuter und Harze verdampfen und man muss genau aufpassen das man es richtig macht.“ (Aus Kommentar von 1roterdrache vom 10.07.17)
    Hier hätte m.M.n. die „Redaktion“ oder „Diskussionsleitung“ sofort eingreifen müssen!
    Grund: Das ist die Beschreibung eines Gerätes, das zum Konsum illegaler weicher Drogen (Haschisch) bestimmt ist.
    M.M.n. befürworten die Verantwortlichen durch diese Verhalten die Legalisierung / den Konsum weicher Drogen, wollen aber wohl das E-Dampfen kriminalisieren …

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