K_12: Kinderstube, Frau Dr. Schaller?

In einem recht unscheinbaren Online-Medium namens “Rhein-Main Extra Tipp” erschien am 18.02.2017 der Artikel

Hinweise verdichten sich: Dampfen macht doch krank!

In diesem Artikel kommt Frau Dr. Katrin Schaller vom dkfz. zu Worte und wird zitiert.

Dass sie die Ergebnisse der kürzlich veröffentlichten Studie “Nicotine, Carcinogen, and Toxin Exposure in Long-Term E-Cigarette and Nicotine Replacement Therapy Users: A Cross-sectional Study” komplett ignoriert und sich nur auf zwei mehr als fragwürdige Studien bzw. deren inkompetente Auswertungen bezieht, war nicht anders zu erwarten und soll nicht Gegenstand dieses Kontra! sein. Ebenso nicht die wissenschaftlich nicht haltbaren Behauptungen über Grenzwerte und der allseits bekannte “Konjunktiv des dkfz.”.

Es gibt im Artikel aber auch einige Äußerungen, die ziemlich unverschämt sind und inhaltlich zudem widersprüchlich.

Kaum wird das Dampfen kritisch hinterfragt, sehen die E-Zigaretten-Fans rot, schreiben im Netz einen Hasskommentar nach dem anderen.

Kontra!

Wer sich heutzutage in den sozialen Netzwerken und der Öffentlichkeit bewegt nimmt auch das Risiko in Kauf, angegriffen zu werden. Insbesondere, wenn er unhaltbare Vermutungen anstellt und sich fast ausschließlich des Konjunktivs bedient. Wer dies vermeiden will, sollte es besser unterlassen, sich zu umstrittenen Themen öffentlich zu äußern. Was aber nicht erwähnt wird, ist die Tatsache, dass Vermeldungen des Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle (welches sich ja hinter dem immer genannten dkfz. auch verbirgt), in der Regel auch sachlich diskutiert und häufig fundiert widerlegt werden. Dies geschieht auf angemessene Weise und nicht selten durch renommierte Wissenschaftler, die sehr wohl auch etwas von ihrem Fachgebiet verstehen und im Bereich der wissenschaftlichen Arbeit ausgebildet sind.

Wer an einem Dialog oder einem Informationsaustausch interessiert ist, sollte also die “Anfeindungen” ausblenden und sich zumindest der konstruktiven Auseinandersetzung annehmen.

„Wenn wir dann kommen und ihnen erklären, dass da auch Gefahren drin lauern, ist es so, als wenn man einem Kind sein Spielzeug wegnehmen will. Da wird mittlerweile eine regelrechtes Feindbild aufgebaut.“

Kontra!

Engagierte Dampfer mit Kindern zu vergleichen, denen das Spielzeug weggenommen werden soll zeugt nicht von guter Kinderstube, nicht von gutem Stil und ist einer Person der Stellung von Frau Dr. Schaller unwürdig. Sie begibt sich hier auf ein Niveau, das unangemessen ist und es so darstellt, als wäre sie die Hüterin der Erkenntnis und die von ihren Aussagen Betroffenen würden kindisch reagieren, seien ihr also unterlegen. Das geziemt sich nicht!

Vielleicht sollte sie einmal reflektieren, weshalb bei den Betroffenen das Gefühl entsteht, dass ihnen etwas weggenommen werden soll (dieses Gefühl kann nämlich auch ein Erwachsener haben). Bei den Argumentationen über die vermeintlichen Gefahren des E-Dampfens geht es doch niemals darum, die Nutzer, also Betroffenen, zu warnen, sondern immer darum, Gründe für noch restriktivere Regulierungen des E-Dampfens einzufordern.

Dabei würden sich Schaller und ihre Kollegen einen sachlichere Diskussion auf Basis der Datenlage wünschen.

Kontra!

Das Gegenüber in einer Diskussion als Mensch mit kindischem Verhalten zu labeln, spricht gerade NICHT dafür, dass eine sachliche Diskussion gewünscht ist. Eine Diskussion dieser Art wäre nur möglich, wenn der andere Diskussionsteilnehmer ernst genommen wird und auf Augenhöhe gesprochen wird. Diese “Augenhöhe” wird aber gerade durch den Vergleich “Wissenschaftlerin mit Doktortitel vs. Kind” eben nicht hergestellt.

„Die hören uns aber einfach nicht zu“ Stattdessen würden immer wieder Beweisführungen angetreten, die wissenschaftlich nicht fundiert seien.

Kontra!

Den Äußerungen wird sehr wohl zugehört. Und es wird sich kritisch damit auseinandergesetzt. Wenn Behauptungen oder Schlussfolgerungen widerlegt werden, dann geschieht das durch die seriösen Personen in der Regel sehr wohl wissenschaftlich fundiert und fußt auf vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die Frau Dr. Schaller mit ihrer Äußerung jedoch in Zweifel zieht. Es wäre interessant zu erfahren, was ihre Wissenschaftskollegen davon halten, dass sie deren Ergebnisse als unwissenschaftlich bezeichnet.

Und wo wir gerade beim Thema sind: Die in dem Artikel getroffenen Äußerungen resultieren aus unqualifizierten oder bewusst manipulativen Schlussfolgerungen wissenschaftlich ausgesprochen unstrittener Studien, die mangelhaft durchgeführt wurden oder auf völlig andere Erkenntnisse abzielten. DAS ist wissenschaftlich nicht fundiert, Frau Dr. Schaller!

Zu einer sachlichen Diskussion sind wir als Interessengemeinschaft ExRaucher durchaus bereit, doch es steht zu bezweifeln, ob von Seiten des Kollaborationszentrums bzw. des dkfz. eine solche überhaupt erwünscht ist. Schließlich wurden selbst die nicht unsachlichen und zu einem Dialog bereiten Vertreter der Interessengemeinschaft E-Dampfen (IG-ED) nach zunächst erfolgter Einladung zur Teilnahme an der 13. Tabakkontrollkonferenz kurzfristig wieder ausgeladen. Zusätzlich wurde dem Chefredakteur des Dampfer-Magazins trotz Akkreditierung und Presseausweis der Zutritt zur Pressekonferenz als einzigem Pressevertreter verweigert.(Bericht von der 13. Konferenz für Tabakkontrolle des DKFZ in Heidelberg (02/03.12.2015)) Damit sollte wohl vermieden werden, dass Interessen- und Medienvertreter auf Fehleinschätzungen und Lügen aufmerksam machen.

Wir haben keine große Hoffnung darauf, mit Ihnen vernünftig ins Gespräch zu kommen, wären aber – wie erwähnt – dazu bereit.