K_03: Konjunktive

Dampfer:

  • 91% sind Umsteiger, haben vorher täglich seit 20 Jahren durchschnittlich 27 Zigaretten/Tag geraucht
  • 90% von ihnen gelang der Umstieg innerhalb von durchschn. 4 Tagen
  • 46% davon hatten es zuvor erfolglos mit Nikotin-Ersatzpräparaten probiert
  • 93% können sich eine Rückkehr zu Tabak-Zigaretten nicht mehr vorstellen
  • Nur 1% sind Neu-Einsteiger, für 97% von ihnen ist das Rauchen von Tabakzigaretten nicht vorstellbar

Quelle: http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Deutsche_Konferenzen_fuer_Tabakkontrolle/13_Deutsche_Konferenz_fuer_Tabakkontrolle/Vortrag_Lehmann.pdf

 

Pötschke-Langer als Reaktion auf die Ergebnisse: Das ist natürlich auch begründet durch ein komplett anderes Studiendesign. Die Frage ist: Wie können sie ausschließen, dass diejenigen, die bei ihnen den Online-Fragebogen ausgefüllt haben, nicht die Lobbyisten sind von der E-Zigarettenlobby? Ich habe von der E-Zigarettenlobby andere Eindrücke. An deren Stelle hätte ich Leute hingeschickt und die einen Fragebogen nach dem anderen ausfüllen lassen, damit entsprechend positive Ergebnisse erscheinen, das können wir nicht ausschließen.

Kirstin Lehmann (ZIS): Sowas kann man tatsächlich nicht ausschließen, sowas kann man aber nie ausschließen, gerade bei Online-Befragungen. Wir haben versucht so gut es geht den Fragebogen zu gestalten und auch in den Auswertungen rauf und runter geschaut, aber …

Pötschke-Langer: (unterbricht) … also wenn man “online” zulässt und entsprechende Bezahlkommandos losschickt, die es ja gibt, insbesondere auch in Deutschland und auch in anderen Ländern, ist das überhaupt kein Problem, so etwas zu verfälschen, ist doch ganz klar. Es ist doch das einfachste von der Welt. […]

Aus: https://www.dampfer-magazin.de/bericht-von-der-13-konferenz-fuer-tabakkontrolle-des-dkfz-in-heidelberg-0203-12-2015/

 

Eine neue Veröffentlichung der Stabsstelle Krebsprävention des Deutschen
Krebsforschungszentrums macht deutlich, dass Nikotin nicht nur körperlich und psychisch abhängig macht, sondern auch im Verdacht steht, Atherosklerose, Typ 2 Diabetes und Krebs zu fördern. Zahlreiche Forschungsarbeiten weisen darauf hin, dass Nikotin Krebs auslöst, zu dessen Voranschreiten beiträgt und die Erfolge von Chemo- und Strahlentherapie vermindert. Nikotin kann den Verlauf der Schwangerschaft und die Gesundheit des Ungeborenen langfristig und schwerwiegend beeinträchtigen. Nikotin im Mutterleib trägt vermutlich zum plötzlichen Kindstod bei und stört die spätere Gehirn- und
Lungenentwicklung.Aus: http://www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2015/download/dkfz_pm_15_56.pdf

 

Das ist natürlich auch begründet durch ein komplett anderes Studiendesign. Die Frage ist: Wie können Sie ausschließen, dass diejenigen die an Ihrer Untersuchung teilgenommen haben, nicht bereits mit Atherosklerose, Typ 2 Diabetes und Krebs vorbelastet waren? Ich habe vom DKFZ andere Eindrücke. An Ihrer Stelle hätte ich Leute hingeschickt, die vorbelastet sind und bei der Anamnese einfach lügen,  damit entsprechend negative Ergebnisse erscheinen, das können wir nicht ausschließen.